Meinung

Wie verlor mein Vater meinen Glauben?

Andris hinterfragte seinen Glauben an Gott nach dem Tod seines Vaters. Quelle: Pixabay

Es ist ein herrlich sonniger Winter Sonntagmorgen. Ich besuche einen Gottesdienst in Blackheath, Blue Mountains. Ich sitze dort, wo ich immer in der ersten Reihe sitze, und tue meinen gewohnten Dienstguß - meine Augen auf die Decke über dem Altar gerichtet. Ich bin in meine Kindheit zurückversetzt und erinnere mich an eine Zeit, als in dieser Position die Worte "Az Isten Sze- retet" (Gott ist Liebe) in Großbuchstaben erschienen.

Es war ein Zitat aus dem Johannesevangelium. Es wurde auf Ungarisch an der Decke über dem Altar in meiner Kindheitskirche in Budapest geschrieben. Ich war dort bis zum Alter von 17 Jahren, als mein Vater starb, drei Monate bevor unsere restliche Familie 1964 nach Australien auswanderte. Dort nach dem Tod meines Vaters sah ich keinen Sinn mehr in die Kirche zu gehen.

Ich habe meinen Glauben verloren, als Dad starb. Als ob mein Glaube zusammen mit meiner Seele mit ihm gestorben wäre. Ich war schockiert, dass ich ihn wegen eines massiven Lungenkrebses so jung verlor. Es hat mich emotional so taub gemacht, dass ich nicht um seinen Tod trauern konnte. Es half nicht, dass mein junger Kirchenminister, als er eine Stunde nach dem Tod meines Vaters kam, genauso verloren aussah wie ich. Er stand nur wenige Meter von mir entfernt da, als ich einsam auf dem Totenbett meines Vaters saß. Der Ausdruck meines Ministers schien untröstlich traurig und hilflos. Er ging nicht einmal zu mir rüber, geschweige denn mich zu umarmen oder zu trösten.

Wo ist Gott? Ich dachte. Ich konnte weder Gott noch Trost spüren, und ich bekam keine Hilfe von meinem ebenso verlorenen Minister. "Vielleicht ist Gott mit Papa gestorben'Ich verzweifelte, als würde ich einen surrealen Film sehen. Das war natürlich bis zu einem gewissen Punkt richtig. Ich sah meinen Vater bis dahin als meinen Gott und jetzt war er weg. Zusammen mit ihm ging mein Glaube an Gott.

Ich brauchte noch weitere 20 Jahre, bevor ich mich um den Tod meines Vaters trauen konnte und mehr als 50 Jahre bevor ich wieder an Gott glaubte.

Seit den siebziger Jahren hatte ich eine Trauerberatung wegen Papas Tod bekommen. Dennoch war immer noch eine tiefe Traurigkeit geblieben, dass ich die Person, die ich am meisten liebte, in meinem Leben verloren hatte, bevor er mich sogar ins Erwachsenenalter führen konnte.

Jetzt, fast im Alter von 72 Jahren, schaue ich noch einmal auf den eingebildeten Satz an der Decke meiner australischen Kirche: Gott ist Liebe. Wenn ich auf das Zeichen schaue, biete ich meinem Vater die Gnade Gottes an. Ich halte seinen Krebs-ausgezehrten Leichnam in meinen Armen und rede Gott an:

"Lieber Geliebter, bitte pass auf Dad auf. Er war der beste Vater aller Zeiten. Er gab sein Leben für uns, seine Familie. Wir hatten die reichsten Weihnachten vorstellbar. Liebe war während dieser Weihnachten immer spürbar, da ich immer jedes Geschenk und mehr bekam, als ich wollte. "

Und er sorgte sich zu Tode für uns, dass wir weiterhin solche Weihnachten haben können. Er lebte in ständiger Angst, dass das kommunistische Regime ihn seiner privaten medizinischen Praxis berauben würde und dann würden wir arm werden. Er verlor seine Privatpraxis nicht, sondern verlor stattdessen sein Leben wegen starken Rauchens, um seine Angst zu lindern.

Lieber Gott! Gib ihm jetzt Frieden! Stelle seinen Glauben an dich wieder her. Ich wünschte, er hätte sich an dich geklammert statt an diese elenden Zigaretten. Ich hätte uns lieber hundertmal ärmer als die sprichwörtliche Kirchenmaus gehabt, aber nicht meinen süßesten Dad verloren!

Aber jetzt gebe ich dich zurück zu Gott. Fühle die göttliche Liebe jetzt und für immer, Amen.

Tränen rinnen über meine Wangen. Ich bin wieder hier und jetzt in meiner australischen Kirche. Etwas verschiebt sich in mir ... Endlich lasse ich meinen Vater verlieben.

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